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Deutschlands Rüstungsindustrie schreitet in die falsche Richtung

Während in Westeuropa insgesamt die Umsätze stabil blieben, haben deutsche Rüstungsunternehmen ihre Verkäufe um 6,6 Prozent gesteigert. Das schwedische Rüstungsforschungsinstitut, das heute Zahlen zu weltweiten Rüstungsverkäufen vorlegte, führt diese Steigerung hauptsächlich auf Verkaufssteigerungen um 12,8 % im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr bei Krauss-Maffei Wegmann und um 13,3% bei Rheinmetall zurück.

pax christi-Generalsekretärin Christine Hoffmann kritisiert: „Die Rüstungsproduktion in Deutschland schreitet in die falsche Richtung voran! Statt sich umzuorientieren und auf lukrative Energie- und Gesundheitstechnik umzustellen, weiten Konzerne wie Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann ihre Produktion von Kriegswaffen und Munition aus. Rheinmetall hat auch beim deutschen Rüstungsexport die Nase ganz weit vorn und steigert seine Umsätze durch eine Internationalisierungsstrategie. Durch Tochterunternehmen und andere Geschäftsmodelle schafft Rheinmetall sich einen Markt, bei dem der Konzern aus dem Land liefert, in dem keine Beschränkungen der Regierung zu befürchten sind. Die Zahlen, die Sipri uns da nennt, sind erneut ein deutliches Zeichen: Es ist Zeit für Abrüstung!“

Charlotte Kehne, die Referentin für Rüstungsexportkontrolle bei Ohne Rüstung Leben betont: „Zudem kommentiert Sipri, dass die Verkaufssteigerungen der beiden Unternehmen auch auf die Nachfrage im Nahen Osten und in Südostasien zurückzuführen sind. Unternehmen wie Rheinmetall profitieren vom Krieg und verdienen sich damit eine goldene Nase. Mit deutschen Waffen werden regionale Rüstungsdynamiken weiter angeheizt und es wird in Kauf genommen, dass diese bei Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen zum Einsatz kommen. Um dies zu verhindern, müssen Exporte von Rüstungsgütern an menschenrechtsverletzende und kriegführende Staaten gestoppt werden!“

Weitere Zahlen aus der heutigen Sipri-Meldung:
Weltweit sind die Rüstungsverkäufe im vergangenen Jahr wieder gestiegen. Wie das Friedensforschungsinstitut Sipri in Stockholm mitteilte, verkauften die Waffenkonzerne 2016 Rüstungsgüter und militärische Dienstleistungen im Wert von etwa 375 Milliarden Dollar.
Das waren 1,9 Prozent mehr als im Jahr zuvor. In den vergangenen fünf Jahren waren die Zahlen jeweils zurückgegangen. Den jüngsten Anstieg führen die Experten auf die anhaltenden politischen Spannungen zurück. Die meisten Waffen verkauften US-amerikanische Konzerne; auf sie fielen mit 217 Milliarden fast zwei Drittel der Umsätze. Das ist ein Plus von vier Prozent. Deutsche Rüstungsunternehmen steigerten ihre Verkäufe um 6,6 Prozent, während in Westeuropa insgesamt die Umsätze stabil blieben. In Russland betrug der Zuwachs 3,8 Prozent. China wird wegen nicht verlässlicher Angaben in der Sipri-Liste nicht geführt.

Updated: 14. Dezember 2017 — 8:23

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